• Kremena Doynov

Das Sommerloch


Die ersten Sommergewitter haben sich entladen. Die ersten Sommertage sind schon hinter uns. Die Abende werden länger, die Röcke und Hosen kürzer... DER SOMMER IST DA!

In einem – nennen wir ihn «Normalfall» – ist das für die meisten Menschen ein Grund zur Freude. Wer liebt es nicht von der Sonne geküsst zu werden, lange draussen zu sitzen, nicht zu frieren, den Ferien entgegen zu fiebern… Zudem wird in den Sommermonaten die Arbeit oft ein bisschen weniger. Die ÖV-Pendler und der Feierabend-Verkehr auch. Also man fällt – im Normalfall und meistens – gerne ins «Sommerloch».

Nicht so, wenn man auf Stellensuche ist. Dann ist das «Sommerloch» eine Bremse, welche die meisten Betroffenen als sehr unangenehm empfinden. Die Jobinserate werden deutlich weniger, und wenn auch mal eines da ist, verlangsamt sich der ganze Prozess oft spürbar. Entscheidungen werden auf die lange Bank geschoben. Kurz und bündig – es wird mühsam!

Versuche trotzdem nicht in ein (noch) tieferes Loch zu fallen, wenn auch dieses den schönen Namen «Sommer» trägt.

Hier ein paar Tipps, was man in den Sommermonaten umsetzen kann. Und später davon profitieren!

Ein Blick zurück

Was ist in den letzten Monaten gelaufen? Was kannst Du daraus – selbstkritisch – schliessen? Wie sieht Deine Bewerbungsbilanz aus, d.h. wie viele Bewerbungen versendest Du durchschnittlich bis es zu einem Vorstellungsgespräch kommt? Sollte die Rechnung so aussehen, dass Du durchschnittlich 10 und mehr Bewerbungen versendest, bis man Dich persönlich kontaktiert, sei es mit zusätzlichen Fragen oder – noch besser – mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch, solltest Du hellhörig werden. In so einem Fall empfiehlt es sich dringend Dein Bewerbungsvorgehen überprüfen zu lassen. Oft, sehr oft sogar, ist da viel Verbesserungspotenzial vorhanden, das noch nicht ausgeschöpft wurde.


Übrigens Expertenrat suchen solltest Du auch dann, wenn Du immer wieder kurz vor dem Ziel scheiterst.

Ein Blick nach vorne

Was vorbei ist, ist vorbei. Wie es so schön heisst – wenn man etwas nicht mehr ändern kann, dann sollte man seine Einstellung ändern. Was für eine Bewerbungsstrategie fährst Du? Hast Du überhaupt eine? Sind Vorgehen, Fleiss und das Verlassen auf das Glück bei Dir in einem guten, gesunden Gleichgewicht? Was hast Du schon alles versucht? Gibt es andere Wege, die Du noch nicht beschritten hast?


Die Ruhe des Sommers bietet sich dafür an, neue Pläne zu schmieden, sich neue Ideen auszudenken, diesen die passende Form und Inhalt zu geben, und sobald es wieder so richtig los geht sie umzusetzen.

Triff Dich mit Menschen (die Dir gut tun)

Un-be-dingt! Der Sommer ist unter anderem auch dafür bekannt, dass die Stimmung oft parallel zum Thermometer steigt. Der Mensch wird irgendwie fröhlicher, freundlicher, offener, empfänglicher… Nutze diese Zeit sehr bewusst um Deine Kontakte zu pflegen, alte zu aktiveren oder aber auch neue zu knüpfen. Bei einem kühlen Drink über die Welt, Gott und die Arbeit(suche) zu philosophieren und sich dabei bewusst aber sympathisch ins Gedächtnis Deines Gegenübers einzuprägen, kann sich später als sehr hilfreich erweisen. Organisiere Sommerfeste – Papierteller, Plastikbecher und «jeder bringt sein Fleisch mit» reichen vollkommen aus, es geht ums Zusammensein. Netzwerke was das Zeug hält. Eine Stelle im verdeckten Stellenmarkt zu finden braucht meistens Zeit, also «säe heute, um später ernten zu können».

Nutze die Zeit um aktiv zu recherchieren

Jeder, der schonmal bei mir in der Beratung war weiss – für mich sind die Aktivbewerbungen viel wichtiger als die klassischen, auf ein Inserat. Dafür gibt es mehrere Gründe! Aber Achtung, eine Spontanbewerbung nach dem Motto «Ich dachte ich bewerbe mich mal bei Ihnen, weil ich eine neue Herausforderung suche» wird kaum Beachtung finden. Eine wirklich gute und erfolgsversprechende Aktivbewerbung braucht eine tiefgründige Auseinandersetzung mit mehreren Faktoren. Und Zeit! Diese hast Du jetzt!

Lerne etwas

Die Sommerzeit ist schnell vorbei, aber immer noch 8 bis 10 Wochen lang. Klar kann man in dieser Zeit keinen Mastertitel holen, zumal viele Schulen auch Ferien machen. Aber wie wäre es mit dem Start von etwas Neuem? Oder Recherchen – was würde mich weiterbringen und wie stelle ich das an? Oder ein Online-Sprachkurs? Oder ein Computerkurs? Alles was Du in den ruhigen Bewerbungsmonaten an Kompetenzen vertiefen kannst, wird sich später positiv auswirken. Gewonnen hast Du so oder so.

Träume

Ja, richtig gelesen. Warum nicht? Lege Dich unter den Sternenhimmel und versuche Dich in einem Jahr «zu sehen», dann in 5, oder in 10... Stelle Dir etwas Schönes vor, zwinge Dich, wenn es sein muss! Sehe Dich erfolgreich!


Die Macht der Gedanken wird oft unterschätzt, dabei sollten wir ja selber merken, wie uns negative Gedanken bremsen und runterziehen. Ist es dann nicht fast «logisch» was die positiven Gedanken auslösen können? Übrigens zwischen dem 11. und 13. August «fallen Sterne von Himmel» (Perseiden) – der ideale Zeitpunkt jeder Sternschnuppe einen innigen Wunsch mitzuteilen. Wer weiss, welche Wunder auf Dich warten…

Gönne Dir auch eine Pause

Meistens bringt es eh nichts auf das Gaspedal zu drücken, wenn der Motor stillsteht. Also nutze diese Zeit um Dir etwas Gutes zu tun. Gönne auch Deinen Gedanken eine Ruhepause, weg vom «Hamsterrad Bewerbung-Hoffnung-Absage-Enttäuschung».

Vielleicht kannst Du auch in die Ferien verreisen – nur zu! Auf andere, unbekümmerte Gedanken zu kommen ist völlig in Ordnung. Arbeite im Garten, lege Dich ans Seeufer, liess ein Buch, schaue Dir eine Serie an, unternimm ausgedehnte Wanderungen… mache einfach etwas, was Dir gut tut und zwar OHNE schlechtes Gewissen. Es läuft ja sowieso wenig. Tanke dabei Kraft und Energie, von der Du bei der späteren Umsetzung Deiner Pläne schöpfen kannst.

Der Sommer wird schnell vorbei sein. In der Schweiz sowieso. Doch dann geht es los. Und wie! Der Herbst ist – bekannterweise – eine sehr aktive Bewerbungszeit. Die Firmen «wachen auf» und fangen an das nächste Jahr zu planen. Das eröffnet neue Chancen, auch für Dich! Bereite Dich gut darauf vor, lege die Leitplanken. Lade Deinen (Bewerbungs-)Akku richtig auf und nutze die Dynamik um ans Ziel zu kommen.

…und wenn Du mich fragst bevorzuge ich sowieso viel, viel lieber das Sommer- als das Januarloch.

Ich wünsche allen einen wunderbaren, warmen, farbenfrohen, ideen- und erlebnisreichen Sommer!


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