• Kremena Doynov

Aus erster Hand! HR Verantwortliche erzählen...




«Dir vertraue ich!», der Concordia Slogan, bekommt eine konkrete Bedeutung, wenn man sie persönlich kennenlernt – Ramona Felber, HR Business Partner bei Concordia. Zumindest ging es mir so, als ich Ramona vor vielen Jahren bei LinkedIn «getroffen» habe. Schon damals empfand ich ihre erfrischend-authentische Art als bemerkenswert vertrauenerweckend. Später bestätigte sich all das auch im richtigen Leben, bei manchen austauschreichen Lunches. Eine junge Frau mit viel Drive, erfrischendem Humor und kühlem Verstand!


Heute plaudert sie zu Themen, die Dich auch interessieren können, wenn Du auf der Suche nach einer neuen, spannenden Stelle bist. Vielleicht auch bei Concordia?


Danke dafür, liebe Ramona!

 

Was magst Du besonders an Deinem Beruf? Was allenfalls weniger?

Ramona Felber: Human Resources ist eine wichtige Basis zum Erfolg des Unternehmens. Dabei werden nebst administrativen, psychologischen und rechtlichen Aspekten auch die unternehmerischen Zusammenhänge berücksichtigt. Ich freue mich jeden Tag über meinen Beruf und seine Herausforderung.

Wie viele Bewerbungen hast Du durchschnittlich auf dem Tisch bei einer neuen Stellenausschreibung?

Ramona Felber: Mittlerweile ist der Trend erkennbar, dass sich Firmen bei Kandidaten bewerben müssen und nicht umgekehrt.

Der Rücklauf variiert von Profil zu Profil – es ist deutlich spürbar, dass der Fachkräfteengpass den War for Talents befeuert.

Wie gehst Du im Auswahlverfahren vor?

Ramona Felber: In Zeiten von hartem Konkurrenzdruck und Fachkräftemangel reicht die alleinige Ausschreibung nicht mehr. Egal ob online oder offline - Social-Media-Kanäle, Business-Netzwerke und Talent-Pools oder Jobmessen und Karrieretage - Das Zauberwort heisst Active Sourcing.


Zusätzlich wenden wir das Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Konzept an.


Unser Bewerbungsverfahren läuft wie folgt ab:

Telefoninterview - Wir möchten wissen, wer du bist und was dich motiviert.

Erstgespräch - Anhand von Fallbeispielen testen wir, ob du zur Position passt.

Zweitgespräch - Du lernst das Team und unsere Kultur kennen. Manchmal verknüpfen wir das Zweitgespräch mit einem Schnuppertag.

Assessment - Falls du eine Führungsfunktion ansteuerst, gehört ein halbtägiges Assessment dazu.

Arbeitsvertrag - Sind wir uns einig, erhältst du einen Arbeitsvertrag.

Gibt es eindeutige NoGo’s bei einer Bewerbung für Dich?

Ramona Felber: Auch, wenn es tatsächlich nicht allzu viel gibt, was man bei einer schriftlichen Bewerbung falsch machen kann, gibt es ein paar Fauxpas, die man auf jeden Fall vermeiden sollte. Wichtig ist, dass die angegebenen Daten richtig sind und der Wahrheit entsprechen.


Hier spielen auch die Rechtschreibfehler eine grosse Rolle. Es gibt nichts was die Socken einer rekrutierenden Person so hochrollt, wie ein Anschreiben voller Fehler in der Rechtschreibung oder Grammatik.

Wo liegen Deine Haupt-Entscheidungskriterien?

Ramona Felber: Dies ist abhängig vom jeweiligen Profil. Idealerweise überschneiden sich die Kompetenzen mit den definierten Soll-Kriterien.


Natürlich kommen hier einige Komponenten zusammen wie z.B. Vollständigkeit der Bewerbungsunterlagen, fachliche Eignung, Auftreten und natürlich haben auch die Ergebnisse aus psychologischen Tests wie einem Assessment Center einen Einfluss.

Wie wichtig ist für Dich die Präsentation eines Bewerbers?

Ramona Felber: Sehr wichtig. Grundsätzlich kann man sich hierfür die Marketing-Formel "AIDA" als Vorbild nehmen:


A: Attention (Aufmerksamkeit) - mit einem kreativen Einstieg für Aufmerksamkeit sorgen I: Interest (Interesse) - Interesse wecken mit besonderen Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrungen

D: Desire (Bedürfnis) - welchen Mehrwert erbringst du dem Unternehmen A: Action (Handlung) - Handlungsaufforderung: erkläre, warum du dich auf den weiteren Austausch freust

Wie stehst Du zum Thema «aktive Bewerbungen»? Hast Du schon jemals jemanden auf diesem Weg angestellt?

Ramona Felber: Initiativbewerbungen sind grossartig. Ein wesentlicher Vorteil der Initiativbewerbung steckt schon im Namen. Der Bewerber zeigt eine besondere persönliche Initiative. Die Bewerbung ohne eine konkrete Ausschreibung zeugt von gewissem Mut und im Idealfall auch Einfallsreichtum. Eigeninitiative ist eine wesentliche Charaktereigenschaft, die von vielen Personalverantwortlichen gesucht und wertgeschätzt wird. Darüber hinaus können in einer Initiativbewerbung kreative Elemente genauso einen Platz finden, wie überzeugende argumentative Fähigkeiten. Ich konnte schon einige Talente auf diesem Weg gewinnen.

Viele Bewerber fühlen sich in einem Bewerbungsprozess unrecht behandelt, vor allem bei einer Absage. Kannst Du etwas für die bessere Verständigung zwischen beiden Lagern (HR/Stellensuchende) sagen bzw. beitragen?

Ramona Felber: Zugegeben: Absagen sind immer unschön und ich kenne niemanden, der sich darüber freut.

Mir ist bewusst, dass es teilweise zu Absagen kommt im Wissen, nicht alles berücksichtigt zu haben, was der/die BewerberIn ausmacht.

Sicherlich hilft es bei Unklarheiten zum Hörer zu greifen, um allfällige Fragezeichen zu lösen.



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